3D-Illustration zu Zollreform, Black Friday und KI im Online-Handel
© Black Forest Labs / Flux

Bergzeit, Online-Gartenhandel, Meta + VZBV, WTO, EU Zollreform, Black Friday, Coop + Migros, Twint, KI-Händlerseiten, OpenClaw

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Bergzeit meldet Umsatzrekord von 207 Mio. Euro
Der Bergsport-Spezialist Bergzeit hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen Nettoumsatz von 207 Mio. Euro erzielt, berichtet Shoez.biz. Das entspreche einem Plus von über 17 Prozent und ist ein Rekord für den Online-Händler aus Otterfing. Mehr als 70 Prozent des Umsatzes stammten von Bestandskunden. Neben dem Kerngeschäft im Netz betreibe das Unternehmen zwei stationäre Läden im Münchner Süden. Bergzeit setze außerdem verstärkt auf KI-gestützte Bedarfsprognosen und automatisierte Logistik.

Online-Gartenhandel wächst schneller als Gesamtmarkt
Der deutsche Online-Gartenmarkt setzte im vergangenen Jahr rund 1,28 Mrd. Euro um und wuchs damit um 3,7 Prozent, berichtet Soll-Galabau.de. Der Gesamtmarkt habe im Vergleich nur moderat zugelegt. Spezialisierte Online-Händler hätten ihren Anteil auf über 40 Prozent ausgebaut und drängten breit aufgestellte Anbieter zurück. Kunden planten Gartenprojekte zunehmend Monate im Voraus digital. Die Logistik sperriger Produkte wie Gabionen bleibe allerdings noch eine Herausforderung.

OLG drängt Meta zu Vergleich im Datenleck-Verfahren
Im Verfahren um das Facebook-Datenleck von 2021 hat das Hanseatische OLG Hamburg Meta zu Vergleichsverhandlungen mit der Verbraucherzentrale aufgefordert, berichtet VZBV.de. Betroffene könnten bis zu 600 Euro Entschädigung erhalten; bereits über 27.000 hätten sich einer Sammelklage angeschlossen. Das Gericht halte sich für zuständig, erwäge aber auch eine Vorlage beim EuGH. Ob ein Vergleich zustande komme oder das Verfahren nach Luxemburg gehe, entscheide sich in den nächsten Wochen.

Stellenabbau bremst leicht – doch der Handel tritt aufs Gas
Deutsche Unternehmen planen etwas seltener Stellenstreichungen als noch im Februar, berichtet das Ifo-Institut. Das Beschäftigungsbarometer sei im März auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 93,1 im Vormonat. In der Industrie halte der strukturelle Anpassungsprozess an, wenn auch etwas gedämpfter. Bei den Dienstleistern hielten sich Einstellungen und Entlassungen die Waage, das Baugewerbe plane mit stabilen Teams. Gegen den Trend stemme sich der Handel: Dort stehe verstärkter Personalabbau auf der Agenda.


HANDEL INTERNATIONAL


WTO schafft erstmals einheitliche Regeln für Online-Handel
66 WTO-Mitgliedstaaten haben sich auf der 14. Ministerkonferenz auf das erste globale Regelwerk für digitalen Handel geeinigt, berichtet Tribuneindia.com. Das E-Commerce-Abkommen solle Handelsbarrieren für kleine und mittlere Unternehmen abbauen und in den WTO-Rechtsrahmen einfließen. Digitale Transaktionen machten bereits über 60 Prozent des weltweiten BIP aus. Ohne das Abkommen blieben laut WTO und OECD jährlich 159 Mrd. Dollar Handelspotenzial ungenutzt; bei vollständiger Umsetzung hingegen könne das globale BIP bis 2040 um 8,7 Bio. Dollar wachsen.

Temu und Shein im Visier: EU beschließt Paketabgabe
EU-Parlament und Rat haben sich auf eine Reform des Zollrahmens geeinigt, berichtet Computerbild.de. Ab dem 1. November falle auf jede Paketsendung aus Drittstaaten eine neue Abgabe an, deren Höhe die EU-Kommission noch festlegen müsse. Allein Temu und Shein lieferten täglich rund 400.000 Pakete nach Deutschland, wodurch der bürokratische Aufwand für Sichtung und Kontrolle entsprechend gewachsen sei. Im Juli entfalle zudem die Zollfreigrenze von 150 Euro; stattdessen werde ein pauschaler Beitrag von drei Euro pro Warengruppe fällig. Kleine Auslandsbestellungen dürften damit spürbar an Attraktivität verlieren.

Jeder dritte Online-Händler trickst am Black-Friday
Knapp jeder dritte Online-Händler in Europa bewirbt Black-Friday-Rabatte in irreführender Weise, berichtet Retail-News.de unter Berufung auf eine Untersuchung der Europäischen Kommission. Behörden aus 23 EU-Staaten hätten 314 Händler überprüft. 30 Prozent verstießen gegen die Pflicht, Rabatte am niedrigsten Preis der vergangenen 30 Tage zu messen – eine Regel, die der BGH 2025 noch einmal bestätigt habe. Über ein Drittel lege zudem ungefragt Produkte in den Warenkorb, 18 Prozent setzten auf Countdown-Timer oder künstliche Verknappung. Nationale Behörden könnten diese Ergebnisse nun verwenden, um Sanktionen einzuleiten.

Coop überholt Migros als größter Schweizer Online-Lebensmittelhändler
Coop.ch hat durch ein Wachstum von 10,1 Prozent zum ersten Mal Migros Online als größten Schweizer Online-Lebensmittelhändler abgelöst, berichtet Carpathia.ch. Mit 375 Mio. Schweizer Franken Umsatz liege Coop nun 13 Mio. vor dem langjährigen Marktführer. Der Gesamtmarkt erreiche 775 Mio. Schweizer Franken. Migros Online plane mit einem neuen Verteilzentrum in Regensdorf die Verdopplung des Sortiments auf 25.000 Artikel.

Schwedens Online-Handel wächst zehn Prozent
Schwedens E-Commerce legte im vergangenen Jahr um zehn Prozent zu und erreichte mit rund 14 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert, berichtet Ecommercenews.eu unter Berufung auf den „E-barometern-Report“ von Postnord. Sieben von acht gemessenen Branchen seien gewachsen; Apotheken und Möbelhändler hätten mit je 18 Prozent Plus am kräftigsten zugelegt. Der Online-Anteil am gesamten Einzelhandel sei auf 15 Prozent gestiegen, Heimelektronik halte mit 51 Prozent weiter den Spitzenwert.

Twint zum dritten Mal beliebtestes Schweizer Unternehmen
Twint führt zum dritten Mal in Folge Spitzenreiter des „Swiss Reputation Rankings“ der bedeutendsten Schweizer Unternehmen an, berichtet NielsenIQ.com. Der Zahlungsdienstleister habe besonders bei Frauen und unter 30-Jährigen gepunktet. Auf Platz zwei liege Snacks-Hersteller Zweifel vor Migros, SBB und Coop. Die Schweizer Post habe den spektakulärsten Sprung hingelegt – von Rang 20 auf zehn.


Google-Patent ersetzt Händler-Webseiten durch KI-Versionen
Google hat ein Patent erhalten, das die automatische Ersetzung von Unternehmens-Webseiten durch KI-generierte Alternativen beschreibt, berichtet Golem.de unter Berufung auf Forbes. Das System bewerte Landingpages in Echtzeit anhand von Konversions-, Absprung- und Klickraten. Unterschritten diese einen Schwellenwert, ersetze Google die Seite durch eine personalisierte KI-Version – inklusive eigener Überschriften, Produktfilter und einem ingegrierten Chatbot. Es sei auch geplant, gesponserte Links zu verbauen, so wie externe Links auf die Google-Version des Shops zu leiten. Händler zahlten dann gegebenenfalls für Klicks auf Webseiten, die sie nie gestaltet haben.

OpenClaw erhöht Chinas Token-Verbrauch um das 1.400-Fache
Chinas täglicher Token-Verbrauch stieg seit Anfang 2024 um das 1.400-Fache auf über 140 Billionen, vor allem befeuert durch den Hype um den Open-Source-KI-Agenten OpenClaw, berichtet Scmp.com. Der Fokus verschiebe sich somit von Chatbots zu autonomen KI-Agenten, die Aufgaben für Nutzer erledigen. Das treibe den Rechenbedarf so rasant nach oben, dass Anbieter wie beispielsweise Zhipu AI ihre Preise erhöhen müssten.

Line, Youtube, Tiktok, Note: So nutzt Japan Social Media
Japans Social-Media-Landschaft folgt einer strikten Arbeitsteilung, berichtet Whatjapanthinks.com. Line bleibe mit rund 70 Prozent Nutzung das digitale Schweizer Taschenmesser – von Messaging über Bezahldienste bis zum Markenkontakt. Youtube präge Kaufentscheidungen durch Produktreviews, Instagram bediene die visuelle Lifestyle-Kultur vor allem jüngerer Frauen. X halte sich als anonymer Nachrichtenticker, Tiktok bespiele die Gen Z mit Kurzvideos. Die Blogging-Plattform Note fülle, als Gegengewicht zur Videolastigkeit der übrigen Kanäle, die Nische für Langform-Texte und intellektuellen Austausch.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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