
Das ist die wichtigste Zutat für ein perfektes Einkaufserlebnis
Alle reden von Einkaufserlebnis: Technologie. Zirkus. Killefitz. Das sind Grundbestandteile des Rezepts. Das ist nicht falsch. Aber die wichtigste Zutat fehlt.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Sie essen in einem Restaurant. Sie lesen die Menükarte, erfahren, von welchem regionalen Bauern die Zutaten kommen, lesen die Biografie des Küchenchefs und lernen seine Kochphilosophie kennen. Das erzeugt Authentizität. Denn Authentizität entsteht auch dadurch, dass die Einzigartigkeit eines Unternehmens, eines Produktes oder einer Dienstleistung erkennbar wird.
Das geht auch digital: Ein Online-Marktplatz wie Frischepost.de kommt ja auch deshalb so sympathisch rüber, weil sich Gründerinnen, Team und Produzenten online auf vielfältige Weise und multimedial präsentieren. Dazu gehört aber auch die eigene Vita: Gründerin Jule Willing ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, hat schon früh die Probleme kennengelernt, die Erzeuger mit der Direktvermarktung ihrer Produkte haben.
Mächtig viel lernen kann man da von China, wo die Kunden besonders wissbegierig sind. Da gibt es bei Alibaba, T-Mall und Co nicht nur Produktinfos, die Lexika füllen könnten, sondern insbesondere mobil auch reichlich Content zum Unternehmen. Bis hin zum Produktvideo oder gar dem Video-Gruß des CEO. Das erzeugt Authentizität und Vertrauen.
Dazu gehört eben auch, so authentisch und nahbar wie möglich zu kommunizieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass About You inzwischen frischer wirkt als Zalando.
Das kann man aber nicht an der einen großen Geste festmachen. Es sind eher die kleinen Details, wie die öffentliche Suche unter dem Hashtag #bestjobever nach einem möglichst und verbrauchten und - Sie ahnen es - authentischen Instagram-Profi im Sommer 2018. Es sind aber auch die Menschen im Unternehmen, die das leben - oder eben als Boss vorleben.
Authentisch zu sein bedeutet dabei, den Wünschen des Kunden zu folgen. Hier hat die Maxime „Der Kunde hat immer Recht“ ihren Ursprung. Es geht allerdings nicht darum, möglichst kumpelhaft zu erscheinen, und beispielsweise dem Du-Wahn zu frönen, den gerade „Brand Eins” seziert. Wichtiger wäre es, dem Kunden den Stress abzunehmen und sein Problem zu lösen. Wenn sich die Kunden umsorgt fühlen, werden (oder bleiben) sie loyal. Authentizität kommt dann von selbst.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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