3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: digitaler Euro, KI-Empfehlungen, Retouren und Handel in Asien
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Platform Group, Digitaler Euro, Ersparnisse, JD.com, Alibaba, Japan, Shopaza, KI-Empfehlung, ChatGPT, Retourenbetrug, RePack

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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NRF 2026: Retail’s Big Show Europe Programm und Höhepunkte
Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr

HANDEL NATIONAL

The Platform Group kauft Anleihen zurück
The Platform Group kauft eigene Anleihen im Wert von bis zu 5 Mio. Euro zurück, berichtet Ecommercenews.eu. Der Schritt überrasche, da laut Manager-Magazin mehrere Banken Kredite gekündigt hätten und zweistellige Millionenbeträge zurückforderten. Im April habe ein Gerichtsvollzieher die Düsseldorfer Zentrale wegen einer Steuerschuld besucht; hinzu kämen Ermittlungen wegen mutmaßlich gefälschter Unterschriften. TPG weise alle schweren Vorwürfe zurück und verweise auf sein Umsatzwachstum von 39 Prozent im Jahr 2024.

Digitaler Euro: HDE fordert faire Gebühren
Vor der Abstimmung des EU-Wirtschaftsausschusses über den Digitalen Euro fordert der HDE in einer Medienmitteilung ein faires Gebührenmodell. Andernfalls drohe,dass das Zahlungsmittel gerade für kleinere Händler unattraktiv zu werden. Besonders problematisch sei das Kompensationsmodell, über das Banken ihren Aufwand durch Händlergebühren ausgleichen, weil es den Druck auf ohnehin schmale Margen erhöhe. Eine staatliche Infrastruktur solle sich nicht an teuren privatwirtschaftlichen Verfahren orientieren.

Fast jeder Zweite lebt von der Substanz
44 Prozent der Deutschen mussten in den letzten zwölf Monaten auf ihre Ersparnisse zurückgreifen, um gestiegene Kosten zu decken, meldet der Idealo-Sparreport. Der Preis sei auch darum für 92 Prozent der entscheidende Kauffaktor, weshalb 62 Prozent häufiger als früher Anbieter verglichen, bei Alltagswaren sogar 73 Prozent. Eigen- und No-Name-Marken gewännen dadurch an Boden, bei Lebensmitteln für 89 Prozent der Verbraucher. Am stärksten sparten die Befragten allerdings bei Bekleidung und Accessoires.


HANDEL INTERNATIONAL


Europas E-Commerce wächst sechs Prozent
Europas Online-Handel wächst trotz trüber Konsumlaune jährlich um sechs Prozent und könnte bis 2029 ein Volumen von 600 Mrd. Euro erreichen, prognostiziert McKinsey.com. Treiber werde die KI, die vom Empfehlungssystem zum eigenständigen Einkäufer aufsteige und Angebotssuche sowie Nachbestellung übernehme. Bis 2030 ließen sich global drei bis fünf Bio. Dollar über solche Agenten umsetzen. Schon heute zögen 38 Prozent der europäischen Konsumenten generative KI zur Produktrecherche heran.

JD.com: Kurierfahrer werden durch Roboter ersetzt
Roboter werden bei JD.com früher oder später die 700.000 Lieferfahrer ersetzen, sagt Gründer Richard Liu laut Thenextweb.com. Einen Zeitpunkt dafür nenne er aber nicht. Mit dem Programm „Nirvana“ wolle der chinesische Online-Händler die Kuriere vorher umschulen und habe bereits Verträge mit rund 120 Schulen geschlossen. Kein ersetzter Mitarbeiter solle gehen müssen, verspreche Liu. China zähle 2026 rund 320 Mio. Gig-Worker, trotzdem liege die Jugendarbeitslosigkeit bei 16,3 Prozent.

Alibaba durch Chinas Konsumflaute angeschlagen
Alibaba hat 2026 fast ein Viertel seiner Marktkapitalisierung eingebüßt und nähert sich einem 52-Wochen-Tief, berichtet Harianbasis.co. Die Gründe: Zum einen seien, zum ersten Mal seit drei Jahren, Chinas Einzelhandelsumsätze im Mai um 0,6 Prozent gesunken. Zum anderen drücke die Rabattschlacht im chinesischen E-Commerce empfindlich auf die Margen. Nicht zuletzt hätten Quick Commerce, die Qwen-App und die Cloud-Investitionen im März-Quartal 2,5 Mrd. Dollar an Cash verschlungen.

Japans Flohmarkt-Apps melden an die Polizei
Japans drei größte Flohmarkt-Apps – Mercari, Rakuten und LY Corp (Yahoo-Flohmarkt) – übergeben der Polizei ab Juli Daten zu mutmaßlich betrügerischen Transaktionen, meldet Japantoday.com. Anlass seien der Handel mit Fälschungen und der Ticket-Schwarzhandel. Bei festgestellter Illegalität flössen Name und Adresse an die National Police Agency, bei Kartenbetrug auch Zahlungsdaten. Beim nationalen Verbraucherzentrum seien im vergangenen Jahr 7.294 Beschwerden zu den Flohmarktdiensten eingegangen.

Shopaza: Afrikas neue E-Commerce-Plattform
Payaza Africa hat die cloudbasierte Handelsplattform Shopaza gestartet, wie Innovation-Village.com berichtet. Sie bündle Storefront, Zahlungen, Inventar und Bestellungen in einer Umgebung und richte sich an Online-Händler in 54 afrikanischen Ländern. Dies solle auch das größte Problem des afrikanischen E-Commerce adressieren: Das fehlende Vertrauen der Kunden in die Glaubwürdigkeit der Händler.


Produkttitel als Türöffner zur KI-Empfehlung
KI-Assistenten wie ChatGPT und Gemini verschieben die Produktsuche hin zu markenlosen Anfragen, schreibt Retaildive.com. KI-vermittelter Traffic auf US-Händlerseiten sei laut Adobe binnen eines Jahres um 393 Prozent gestiegen und konvertiere 42 Prozent besser als andere Quellen. Für die Sichtbarkeit durch KI-Crawler würden Produkttitel und Beschreibungen überproportional wichtig. Letztere müssten den narrativen Produktwert vermitteln, den eine fundierte Empfehlung benötige, und nicht nur Fakten und Zahlen auflisten. Inhalte in Pop-ups oder Aufklapp-Elementen blieben hingegen komplett unzugänglich.

ChatGPT im E-Commerce: Die ausgebliebene Revolution
ChatGPT spielt im Online-Handel bislang eine kleinere Rolle als erwartet, wie eine Studie der Frankfurt School of Finance & Management zeigt. Die Konversionsraten und der Umsatz pro Session lägen nur knapp über dem schwächsten etablierten Kanal, Paid Social, aber deutlich unter organischer Suche, bezahlter Suche, E-Mail oder Affiliate-Marketing. Lediglich bei komplexen, informationsabhängigen Produkten schaffe ChatGPT tatsächlich Mehrwert, bei Standardware bleibe der Nutzen gering. Allgemein mache der Traffic der LLMs erst 0,2 Prozent des Gesamtvolumens aus.

Der blinde Fleck im Lager: Retourenbetrug kostet Millionen
Beim Retourenmanagement klafft eine teure Lücke, meldet Financialpost.com. So würden Online-Händler bei einer Mio. Bestellungen rund 29 Mio. Pfund verlieren, weil Retouren zurückerstattet würden, bevor eine Überprüfung stattgefunden habe. Oft sei der Überblick erschwert, weil die Daten zwischen den Abteilungen in Silos lägen. Das Unrechtsbewusstsein der Verbraucher sei nicht besonders ausgeprägt: 17 Prozent der Erwachsenen hielten falsche Erstattungsforderungen nicht einmal für illegal. So liege die Betrugsquote allgemein bei 3,9 Prozent, klettere in Polen (6,6 Prozent) und Dänemark (5,3 Prozent) aber deutlich höher.

NACHHALTIGKEIT


RePack stellt Mehrwegversand für Mode-Onlinehandel ein
Laut Packaging-Journal.de stellt der finnische Anbieter RePack seinen Mehrwegservice für den Mode-E-Commerce ein. Das Unternehmen begründe den Schritt mit fehlenden regulatorischen Impulsen und einer nachlassenden Priorisierung von Nachhaltigkeit. Man sei vor zwei Jahren von einer stärkeren Förderung durch die Verpackungsverordnung PPWR ausgegangen, doch Versandtaschen und Kartons seien von den Mehrwegvorgaben ausgenommen worden. Künftig wolle sich RePack auf Kreislaufwirtschaft und Technologie konzentrieren.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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