3D-Illustration zu E-Commerce-Themen: Widerruf, KI, Marktplätze und Produktsicherheit im Überblick
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Schwarz Digits investiert elf Mrd. Euro in europäische Cloud
Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe investiert elf Mrd. Euro und will zum europäischen Gegengewicht der US-Cloud-Giganten wachsen, berichtet Stern.de. Im brandenburgischen Lübbenau entstehe ein Rechenzentrum, dessen erster Bauabschnitt 2027 eröffnen solle. Co-Chef Christian Müller bestätigte das Ziel, langfristig zum Hyperscaler aufzusteigen. Die Polizei Baden-Württembergs und die Bundesagentur für Arbeit zählten bereits zu den Kunden. Momentan setze die Gruppe noch auf Google Workspace für ihre 575.000 Beschäftigten, halte aber mit der bundesfinanzierten Open-Source-Lösung „Zendis Open Desk“ eine souveräne Backup-Option bereit.

Widerrufsformular: Zwischen Pflichtfeld und Pflichtverstoß
Ab dem 19. Juni 2026 müssen B2C-Online-Shops einen Widerrufsbutton mit einem elektronischen Widerrufsformular anbieten, berichtet Haendlerbund.de. Abgefragt werden dürften Name, eine Vertragskennung wie die Bestellnummer und eine E-Mail-Adresse für die Eingangsbestätigung – wobei diese nicht mit der beim Kauf verwendeten übereinstimmen müsse. Ob die Bestellnummer ein Pflichtfeld sein dürfe, sei letztlich noch nicht geklärt. Als pragmatischen Ausweg empfehle der Händlerbund, die Bestellnummer als freiwillige Angabe zu gestalten und stattdessen eine Produktangabe abzufragen.

Vom Pappkarton zum Datenträger: Kfzteile24 digitalisiert Versand
Der Online-Händler Kfzteile24 rüstet seine Versandlogistik mit drei maßgeschneiderten Verpackungen des Spezialisten Thimm auf, berichtet Logistik-Heute.de. Statt klassische Klebe-Etiketten zu verwenden, trügen bereits die Wellpappe-Kartons fortlaufende Digitaldruckcodes, die Produkt, Verpackung und Logistiksystem direkt miteinander verknüpften. Bei über vier Mio. Artikeln – vom Kleinteil bis zur sperrigen Komponente – ermögliche das eine lückenlose Nachverfolgbarkeit in der Lieferkette.

DSA-Meldungen verpuffen: Plattformen reagieren zu langsam
Online-Plattformen bearbeiten Hinweise auf illegale Inhalte nur unzureichend, zeigt der erste Jahresbericht des Verbraucherzentrale Bundesverbands als Trusted Flagge. Zwischen Juni und Dezember 2025 habe der Verband auf 13 Plattformen Verstöße gemeldet – von Fakeshop-Werbung auf Facebook über dubiose Gesundheitsversprechen auf Instagram bis zu unsicheren Produkten bei Google und Aliexpress. Nur rund die Hälfte der beanstandeten Inhalte sei entfernt worden. Viele Plattformen hätten gar nicht, zu spät oder unzureichend reagiert – ein Verstoß gegen den Digital Services Act.

Mehr neue Betriebe, weniger Aufgaben
Deutschland verzeichnete 2025 rund 130.100 Neugründungen größerer Betriebe – ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so das Statistische Bundesamt. Die Zahl der Betriebsaufgaben in dieser Kategorie sei mit rund 99.900 nur um 0,8 Prozent gestiegen. Auch bei den Gewerbeanmeldungen insgesamt zeige sich Schwung: 762.400 Anmeldungen bedeuteten ein Plus von 6,4 Prozent, während die Abmeldungen um ein Prozent auf 612.900 sanken.


HANDEL INTERNATIONAL


JD.com: Mehr Kunden, weniger Gewinn
JD.com hat im vierten Quartal 2025 zwar den Umsatz um 1,5 Prozent auf rund 50,4 Mrd. Dollar gesteigert, den bereinigten Gewinn je Aktie aber um 92 Prozent auf umgerechnet acht Cent eingedampft, berichtet Tradingview.com. Der Einbruch gehe auf massive Investitionen in den Lieferdienst JD Food Delivery und die Discount-Plattform Jingxi zurück, deren Segment um 200 Prozent zulegte. Die Marketingkosten seien um über 50 Prozent gestiegen, das bereinigte operative Ergebnis von plus 1,5 Mrd. auf minus 430 Mio. Dollar gekippt. Wenigstens sei die Zahl die aktiven Kunden um 30 Prozent gewachsen.

OpenAI stoppt das Shopping in ChatGPT
OpenAI stoppt den Direktkauf in ChatGPT und verschiebt den Instant Checkout in die mit dem Dienst verknüpften Händler-Apps, berichtet Onlinemarketing.de. Nutzer hätten wegen Sicherheitsbedenken bisher kaum direkt im Chat eingekauft, außerdem bremsten technische Hürden bei Echtzeit-Produktdaten die Funktion. Der Rückzug spiele etablierten Konkurrenten in die Karten: Amazon baue mit Alexa+ ein eigenes KI-Shopping-Ökosystem auf, Google rolle bereits einen nativen Checkout im AI Mode aus. Bei Shopify sei der über KI-Tools generierte Shop-Traffic zwischen Januar und Oktober 2025 um das Siebenfache gestiegen, die damit verbundenen Verkäufe sogar um das Elffache.

EU: Safety Gate sammelt 4.671 Warnmeldungen
Das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate verzeichnete 2025 mit 4.671 Meldungen, 13 Prozent mehr als im Vorjahr, einen neuen Höchststand, berichtet Retail-News.de. Über ein Drittel der Warnungen habe Kosmetikprodukte betroffen, gefolgt von Spielwaren und Elektrogeräten. In 53 Prozent der Fälle seien gesundheitsgefährdende Chemikalien der Auslöser gewesen. Ein eigener Webcrawler habe auf 1,6 Mio. Websites über 20.800 Angebote bereits bekannter Gefahrenprodukte aufgespürt. In diesem Jahr plane die Kommission eine koordinierte Prüfwelle.

Flipkart feuert unten und heuert oben an
Flipkart hat im Rahmen seiner jährlichen Leistungsbeurteilung 250 bis 300 Mitarbeiter entlassen, berichtet Theprint.in. Die Kürzungen beträfen mehrere Abteilungen und Hierarchieebenen der Walmart-Tochter. Parallel dazu besetze der indische E-Commerce-Riese, im Rahmen des geplanten Börsengangs, gezielt Führungspositionen neu. Im Geschäftsjahr 2025 sei der Umsatz zwar um 17,3 Prozent auf umgerechnet rund neun Mrd. Euro gestiegen, allerdings habe sich auch der Verlust auf rund 560 Mio. Euro ausgeweitet.


KI sagt voraus, wer Retouren wirklich vermeiden würde
Ein Frankfurter Wirtschaftswissenschaftler setzt maschinelles Lernen ein, um Retouren im Online-Handel gezielt zu reduzieren, berichtet FAZ.net. Kevin Bauer habe gemeinsam mit einem großen Online-Händler über fünf Jahre mehr als 500.000 Datenpunkte ausgewertet. Das KI-Modell erkenne, welche Kunden auf ökologische Hinweise tatsächlich mit weniger Rücksendungen reagierten statt alle Käufer pauschal zu belehren. Hochgerechnet spare das Verfahren rund 200.000 Tonnen CO₂ und 120.000 Tonnen Abfall jährlich ein. Der ungenannte Industriepartner verzeichne sechsstellige Kostensenkungen.

Zwei Drittel wollen Personalisierung, aber anders
Personalisierung im Online-Handel kippt zunehmend vom Komfort zur Zumutung, berichtet Customerexperiencedive.com auf Basis des „Qualtrics 2026 Global Consumer Trends Report“. Zwar wünschten sich zwar knapp zwei Drittel der Verbraucher maßgeschneiderte Angebote, doch nur 41 Prozent wären bereit, dafür mit einem Verlust an Privatsphäre zu zahlen. Nur 39 Prozent vertrauten darauf, dass Unternehmen ihre Daten verantwortungsvoll nutzen würden. Personalisierung sei am besten einzusetzen, wenn durch faire Preisgestaltung, einheitliche Angebote und funktionierenden Service beim Kunden bereits Vertrauen gebildet sei. Als reines Versprechen öffne sie keine Türen.

Einstein Trust Layer: Salesforce maskiert Daten vor KI-Zugriff
Salesforce baut seine Sicherheitsarchitektur für KI-Agenten mit dem „Einstein Trust Layer“ deutlich aus, berichtet Heise.de. Der Trust Layer ersetze personenbezogene Daten durch Platzhalter, bevor Anfragen an externe Sprachmodelle gingen, und prüfe deren Antworten auf Toxizität sowie auf versuchte Prompt-Injections. Die Plattform sei modellagnostisch: Unternehmen könnten zwischen OpenAI, Anthropic oder eigenen Modellen wählen. Außerdem zeige Salesforce mit „Agentforce Voice“ erstmals eine deutschsprachige Sprachschnittstelle.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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