Stefan Becker arbeitet seit Sommer 2022 als Redakteur für „Der Handel“ und Etailment.de, nachdem er zuvor ein gutes Jahr als freier Mitarbeiter dabei war. Der Diplom-Journalist (TU Dortmund) kommt aus dem Lokaljournalismus („Recklinghäuser Zeitung“, Volontariat beim „Solinger Tageblatt“) und verbindet im Deutschen Fachverlag seine Erfahrungen aus dem Verbraucher- (sieben Jahre „Öko-Test“) und dem Fachzeitschriften-Journalismus (sechs Jahre „Touristik-Report“).
Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.
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"Verzweiflung im Einzelhandel wächst", titelt Onlinehaendler-news.de angesichts des verlängerten Lockdowns. Viele Händler bauen Online-Sparten auf oder aus, auch Bayern erlaubt nach einigem Zögern nun Click & Collect - wobei dann möglicherweise eines Tages eine Digitalsteuer wartet. Eindeutig bleibt derzeit nur der Trend zum E-Commerce, wie Zahlen aus der Schweiz und Großbritannien erneut bestätigen. Einige Themen des heutigen Morning Briefings.
Die Nachrichten am gestrigen Mittwoch waren geprägt von Angela Merkels Aufruf zum Lockdown, der in Sachsen schon am Montag Realität wird und der das Weihnachtsgeschäft empfindlich stören wird. Kein Wunder, dass Galeria Karstadt Kaufhof von existenzieller Bedrohung spricht. Die andere Seite der Medaille: Die Paketdienste stecken im Auslieferungsstau. Als wollte das Jahr uns zeigen, wie alles noch komplizierter und schwieriger geht. Fast schon erstaunlich, dass es auch ganz normale Managerwechs...
Es hat schon eine gewisse Ironie, dass neue, womöglich verschärfte Regelungen für den stationären Handel offiziell wohl heute bekannt gegeben werden, also am Tag vor dem Black Friday. Der Aktionstag ist auch in Deutschland inzwischen so bekannt, dass sogar Kreuzfahrtanbieter damit werben, und er wird in erheblichem Maß online stattfinden. Kein Wunder, dass zurzeit viele Geschichten über die Verknüpfung von Online und Offline auftauchen. In diesem Morning Briefing sind es fünf.
20 Prozent Plus, 40 Prozent Plus, wo gibt es das noch? Im E-Commerce. Das sind die Wachstumszahlen, mit denen Tierfutter-Händler Zooplus und Modespezialist Mango dieses ungewöhnliche Jahr 2020 online abschließen wollen. Ungewöhnlich auch die Testläufe für infektionssichere Lieferkonzepte: DHL probiert Paketbusse an öffentlichen Plätzen aus, Walmart in den USA die Lieferung von Covid-19-Tests per Drohne. Vier Meldungen aus dem heutigen Morning Briefing.
Die lange Stimmenauszählung in den USA trieb und treibt dort auch den Handel um: Wer vor dem Fernseher die Berichterstattung verfolgt, geht nicht einkaufen. Und sowieso sinke nach Wahlen der Konsum. Dass stationäre Händler durchaus ausbleibende Käufer zu fürchten haben, während Onliner zulegen, sodass Förderprogramme deutsche Innenstadt-Händler digitaler machen sollen – davon handelt dieses "Morning Briefing".
In der Wirtschaft herrscht Uneinigkeit über Sinn und Unsinn des ab heute geltenden "Lockdown Light", der Bundesverband Groß- und Außenhandel jedenfalls unterstützt die Maßnahme, mit Ausnahme der Restaurantschließungen. Wohl auch, weil Ladengeschäfte offen bleiben. Und weil der Online-Handel boomt, der für DHL Express die "neue Normalität" kennzeichnet. Was offenbar Oetker dazu ermuntert, den Getränkelieferanten Flaschenpost zu übernehmen.
Bestimmendes Thema an diesem Mittwoch werden die am Dienstag angekündigten Pandemie-Maßnahmen sein. Im Unterschied zum Frühjahrs-Lockdown sollen zwar Restaurants und Freizeiteinrichtungen schließen, aber die Läden geöffnet bleiben, und es ist von einer staatlichen Erstattung von Umsatzausfällen die Rede. Trotzdem wird das dem Online-Handel einen weiteren Schub geben.
Multichannel, also die Vernetzung von stationärem Geschäft mit Online-Verkäufen, treibt die Branche unverändert um. Mit "The Latest" gibt es bald einen spezialisierten Store in Berlin, in dem unter anderem Onliner das klassische Verkaufen ausprobieren können. Auch die Abwehr generiert Multichannel: Mit Thalia Mayersche und Osiander haben sich zwei Buchhandelsketten zusammengeschlossen, um Amazon mit seinen eigenen Mitteln Paroli zu bieten.
In den USA stand Amazon kurz vor seinem Prime Day wegen des Umgangs mit Partnerverkäufern in der Kritik. Ein Schelm, wer sich darüber wundert, dass der Konzern jetzt den Prime-Day-Erfolg seiner Partner besonders hervorhebt. Der Online-Schwung ist natürlich auch in Deutschland zu spüren: Logistiker Hermes erwartet für die Weihnachtszeit 20% mehr Pakete.
Das Magazin "Exciting Commerce" hat die Top-10-Listen des deutschen E-Commerce 2009 bis 2019 animiert. Bis auf die ersten beiden Plätze wirbelt alles durcheinander. Auf Platz 1 steht unverrückbar das Unternehmen, das zum Prime Day mit verschiedenen Angriffen zu kämpfen hat – so ist das als Marktführer.
Der Lockdown hat dem Online-Geschäft genutzt - eine Binsenweisheit, die aber Ebay Deutschland mit starken Neukundengewinnen und Tesco UK mit einer Verdoppelung des Online-Anteils eindrucksvoll bestätigen. Kein Wunder, dass Adler von diesem Kuchen ein sehr viel größeres Stück haben möchte.
Wie sehr der E-Commerce boomt, hat der gestrige Tag erneut gezeigt: Die 1.000 größten Online-Shops in Deutschland legten laut EHI im vergangenen Jahr um 12 Prozent zu und durchbrachen die 50-Milliarden-Euro-Marke, Ikea schwächelt im stationären Geschäft, wächst aber online. Kein Wunder, dass der HDE versucht, den stationären Handel in Deutschland durch Kooperationen mit Amazon und anderen Riesen aufs digitale Gleis zu stellen – offenbar mit gemischten Ergebnissen.